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| Lernberatung und Leistungsförderung |
Die hohen Ansprüche moderner Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme in Bezug auf Lern- und Leistungsfähigkeit, erfordern in vielen Fällen individuelle Hilfestellung durch qualifizierte Experten. Lernberatung und persönliche Leistungsförderung werden daher in nächster Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.
Zu den Aufgaben solcher Lernberater zählt es, den Klienten dabei zu helfen, Strategien und Techniken für die Lösung ihrer Probleme zu entwickeln. Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation sind wichtige Prinzipien dieses Konzeptes. Die Lernberatung und Leistungsförderung hilft Personen mit Lern- und Leistungsproblemen durch individuelle Förderung, die Anforderungen des privaten und beruflichen Lebens selbständig zu meistern.
Zu den häufigsten Problemen im Schul- und Berufsalltag zählen:
- Teilleistungsstörungen
- Mangel an sensomotorischer Integration
- Orientierungslosigkeit
- Lernschwierigkeiten
- Konzentrationsschwäche
- Selbstwertprobleme und depressive Zustände
- Aktivierungsstörungen (Hyperaktivität od. Antriebslosigkeit)
- Verhaltensauffälligkeiten
- Unsicherheit und Ängste
- familiäre Konflikte und Beziehungsprobleme
Lernprobleme und Schulversagen
10-16% der eingeschulten Kinder kommen mit den Anforderungen des schulischen Lernens nicht zurecht. Die Disziplinen, die sich mit diesem Phänomen befassen sind vielfältig, und entsprechend groß sind die Unterschiede im Umgang mit den auftretenden Lernstörungen. Da die betroffenen Kinder eine Vielzahl von Erscheinungsformen zeigen, in denen sich diese Schwächen äußern, fällt es Lehrern und Betreuern oft schwer, sich ein klares Bild von der Situation zu machen. Es fällt auf, dass sich alle lerngestörten Kinder voneinander unterscheiden. Da sie keine homogene Gruppe darstellen, sollten sie auch unterschiedlich behandelt werden.
Die Definition "Lernstörung" der Weltgesundheitsorganisation legt fest, dass der Erwerb diverser Fähigkeiten von frühen Entwicklungsstadien an beeinträchtigt ist, während die Amerikanisch Psychiatrische Gesellschaft darauf hinweist, dass Lernstörungen von sensorischen Defiziten erschwert werden.
Die Vorschulentwicklung des Kindes und die Integration früher Leistungen bzw. die Entwicklung von Teilleistungen wird als Grundlage für Lernfähigkeit und intellektuelle Leistungen gesehen. Die Bezeichnung Teilleistungen trägt dem Umstand Rechnung, dass die zunehmend komplexeren Leistungen des sich entwickelnden Kindes auf einfacheren Fertigkeiten aufbauen. Jedes Defizit in den Kompetenzen einer früheren Entwicklungsphase, kann die nachfolgende Entwicklung verzögern oder verändern. Solche Schwächen werden auch als Integrationsstörungen bezeichnet, weil sie ihre Wurzeln oder Erscheinungen fast immer im Prozess der sensomotorischen Integration haben. Schweizer Untersuchungen zufolge leiden rund 10% aller normalintelligenten Kinder an einer Abweichung von der Norm der kindlichen Entwicklung, die unter dem Sammelbegriff "frühkindliches psychoorganisches Syndrom" (POS) zusammengefasst wird. POS-Kinder haben Entwicklungsauffälligkeiten in mehreren Teilbereichen - immer betroffen sind Motorik, Wahrnehmung und Verhalten.
Individuelle Förderung und
pädagogische Beratung
Die Lernberatung für Schüler gliedert sich in drei Hauptbereiche:
a. Das Wissen von der Entwicklung des Kindes/Jugendlichen, den Teilleistungskompetenzen in den jeweiligen Altersstufen und der Organisation des Gedächtnisses für kognitives Lernen.
b. Das Erkennen von Entwicklungsrückständen und die Durchführung gezielter Testverfahren zur Überprüfung der psychomotorischen Entwicklung von Kindern sowie die Interpretation der Ergebnisse solcher Tests als Basis für die Erstellung wirksamer Förderprogramme.
c. Die Erstellung und Durchführung individueller Förderprogramme bei Teilleistungsschwächen, Organisationsschwierigkeiten, Funktionsstörungen, Problemen der sozialen Integration, Verhaltensauffälligkeiten etc.
Die mit Hilfe eines Test zur psychomotorischen Entwicklung erkannten Entwicklungsrückstände und Teilleistungsschwächen werden gezielt mit operativen Förderprogrammen behandelt. In einer Fördereinheit - üblicherweise eine Stunde pro Woche - werden dem Klienten die Übungen des Wochenplans erklärt, und ein Beispiel des jeweiligen Übungsblattes wird gemeinsam mit dem Trainer ausgeführt. Die weiteren Übungen werden dann vom Klienten selbständig in den regelmäßigen Arbeitssitzungen zu Hause gemacht. Der Schwierigkeitsgrad wird so ausgewählt, dass der Klient gefordert aber nicht überfordert wird. Nach diesem Prinzip werden die Programme jede Woche unter Berücksichtigung der erzielten Fortschritte neu eingestellt.
Nach der Stabilisierung der Teilleistungen werden möglichst bald komplexere und anspruchsvollere Aufgaben in das Programm integriert. Auf der Grundlage von Teilleistungen, Intelligenzen und Gedächtnisorganisation werden schließlich Kompetenzen wie Lesen, Schreiben oder Rechnen gefördert.
Die Förderarbeit bei Klienten, die keinerlei Defizite in den Teilleistungen aufweisen, beschränkt sich auf das strukturierte Erarbeiten von Lernstoffen unter Berücksichtigung der Gedächtnisorganisation. So wird eine Basis für verständnisorientiertes Lernen und vernetztes Denken entwickelt
- Lernberatung
- Interdisziplinäre Lernberatung und Leistungsförderung
Körperschema
In den ersten Lebensjahren entwickeln sich beim Kind grundlegende Fähigkeiten, auf denen später die höheren Leistungen des Intellekts aufbauen. Fünf Stadien der Entwicklung können als Körperbewusstsein oder Körperschema zusammengefasst werden. Diese fünf Bereiche stellen die Basis für die intellektuellen Leistungen in Form vielfacher Intelligenzen dar und sollten bei der Erstellung individueller Förderprogramme stets berücksichtigt werden.
1. Die Fähigkeit der Wahrnehmung von Signalen der kinästhetischen Tiefensensibilität - Muskelspindeln, Sehnenspindeln und Gelenksrezeptoren - führt zum Verständnis für den funktionalen Aufbau des eigenen Körpers, damit zum Begreifen funktionaler Zusammenhänge und zur Entwicklung eines guten räumlichen Vorstellungsvermögens.
2. Über die Rückmeldungen der zum Hirn geleiteten Signale der Tiefensensibilität erlangt das Kind die Kontrolle über Bewegungsmuster und es kommt zur Ausbildung komplexer und integrierter motorischer Aktionen.
3. Die Fähigkeiten zur Wahrnehmung der eigenen Umgebung, zum Erleben der eigenen Person in dieser Umgebung und zum Erfassen von Objekten als Gestalt und Funktion setzen Tiefensensibilität und die räumliche Vorstellungskraft voraus. Sie bilden die Basis für körperliche und geistige Beweglichkeit und für das bewusste Erleben des eigenen Ich im Kontext des gegenständlichen und sozialen Umfeldes.
4. Das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers und seiner Umgebung führt zum Erleben und zur Vorstellung vom eigenen Leistungsvermögen. So werden die Grundlagen für Selbstwert und das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit geschaffen.
5. Die Wahrnehmung und Verarbeitung aller Emotionen, die im Zusammenhang mit den vorangegangenen Entwicklungsstufen auftreten, schließen das Körperschema ab. Eine stabile emotionale Struktur ist dann zu erwarten, wenn die anderen Bereiche des Körperschemas gut ausgebildet sind.
Unsicherheiten in der Wahrnehmung und Interpretation von Reizen, bei der motorischen Planung und Kontrolle sowie Schwächen in der räumlichen Orientierung führen erfahrungsgemäß zu Kindern mit geringem Selbstvertrauen, instabilen Emotionen und mit geringer Belastbarkeit. Solche Personen können es nur schwer oder nicht vertragen, wenn sie beim Spiel verlieren, zu wenig Aufmerksamkeit bekommen oder anderen Zugeständnisse machen müssen. Sie haben eine niedrige Frustrationsschwelle, wenig Frustrationstoleranz und sind manchmal extrem unflexibel.
Das Selbstvertrauen und die Risikobereitschaft sensomotorisch gut integrierter Kinder führt zu zunehmend komplexeren motorischen Aktionen, zu Ideenreichtum bei der Planung und Ausführung von Spielen sowie zu einer sicheren Orientierung. Aufbauend auf den vorbewussten Teilleistungen des Körperschemas können sich die kognitiven Leistungen der Intelligenzen entwickeln. Kindern mit schwach integrierten oder fehlenden Teilleistungen vermeiden häufig Situationen, von denen sie sich überfordert fühlen und werden so in ihrer intellektuellen Entwicklung blockiert.
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